12.06.2019

„Weil du mir gehörst“: Ein Film mit hochkarätiger Besetzung um Trennung, Scheidung und Eltern-Kind-Entfremdung

Der Väteraufbruch für Kinder Mainz spricht eine klare Empfehlung für den neuen ARD-Film „Weil du mir gehörst“ aus. Wir zeigen vorab den Trailer und bringen einen Vorbericht vom Vorsitzenden unserer Vereins.

Von Elmar Riedel

Als ich im letzten Jahr auf die Produktionsstartankündigung für den SWR/ARD-Film "Weil du mir gehörst" stieß, erwartete ich eigentlich eine sehr rührselige Geschichte weil sich die Filmindustrie kaum realitätsnah und gleichzeitig ansprechend dem Thema Trennung/Scheidung und schon gar nicht der Entfremdung angenommen hat. Beispiele: Douglas Wolfsberger "Der entsorgte Vater" (Tragödien-Doku) oder als Pol, "Der Mann auf dem Baum" mit Jan Josef Liefers (Humoreske).

Als ich aber den Plot des Films las wurde mir deutlich, dass sich hier jemand sehr ernsthaft mit den realen Abläufen bei einer strittigen Trennung um das Kind auseinander gesetzt hat. Nun liegt der Trailer vor. Trailer haben meist die Eigenschaft die wenigen guten Szenen eines Films animativ in Szene zu setzen. Hier scheint er eher, eine wirklich gute Zusammenfassung zu sein. Er gleicht einer Blaupause der Mehrzahl der Fälle derer die bei uns Rat suchen. Deutlich überwiegend Väter, aber auch zunehmend Mütter.

„Weil du mir gehörst“ Hier viel „Spaß“ mit dem Trailer

("Sollte die Verlinkung nicht funktionieren kopieren Sie diesen Pfad in einen anderen Browser:)
https://www.youtube.com/watch?v=l3c8Ncw0qLI&feature=share&fbclid=IwAR3PB2Nkgo-Ylh4clhoIVLF4BEIuPHcBgYs4sSp8o_hqINOTwRBq2a1oJmo&app=desktop

Nach der erkennbar hervorragenden zu Grunde liegenden Recherche war der Produktionscrew bekannt, dass jedes Jahr rund 220.000 Kinder von Trennung/Scheidung betroffen sind. So viele wie Mainz Einwohner hat.  Die gerichtlichen Umgangsverfahren sind von 22.727 in 1997 auf 54.374 in 2017 rapide gestiegen. Viele "Umgangselternteile" geben aber entnervt, frustriert und hoffnungslos auf. Die Wunden, die hier zugefügt werden, treffen alle Beteiligten. Den entfremdeten aber auch den entfremdenden Elternteil. Ganz besonders aber die Kinder, die ein Leben lang unter den unterschiedlichsten psychisch mentalen Defiziten leiden.

Unser dringender Rat:

Zeigen sich bei Ihnen, gleich ob Mutter oder Vater,  auch nur allererste Zeichen einer Umgangsbehinderung oder gar Eltern-Kind-Entfremdung, holen Sie sich Rat. Holen Sie sich Rat bei einer unabhängigen Stelle. Familienberatungen, Mediatoren oder auch beim Väteraufbruch für Kinder e.V. Der Gang zum Rechtsanwalt oder zum Gericht sollte erst der allerletzte Schritt sein. Auch der Umgang mit Ämtern und Gerichten hat seine Besonderheiten, die Betroffene nicht überblicken.

„Weil du mir gehörst“ ist eigentlich eine TV-Produktion und wird auch in der ARD gesendet werden. Dennoch wurde der Film für das Münchner Filmfest angemeldet und angenommen, was für die Qualität spricht. Die Vorstellung auf dem Filmfest findet am 1. Juli 2019 statt. Laut SWR soll „Weil du mir gehörst“ im Herbst 2019 im Ersten gezeigt werden. Die Hauptrollen der Eltern spielen die bekannten Schauspieler Julia Koschitz und Felix Klare (Tatort Stuttgart), die Tochter Lisa-Marie Trense.


30.05.2019

Nach-Wahl Analyse: Haben die Parteien etwas gelernt?

Die CDU beweist völlige Inkompetenz in Sachen digitale Medien.
Das Rezo Video muss wie KO-Tropfen gewirkt haben. Anders ist die völlige Orientierungslosig- und Nicht- Ansprechbarkeit nach dem Video nicht zu erklären.
Phillip Amthor wird, weil jung, wie Rezo 26 Jahre jung, in ein Studio gezerrt und soll dem erfahrenen Youtuber Rezo etwas Vergleichbares entgegensetzen. Die beste Entscheidung, die sie treffen konnten war, dieses Video nicht online zu stellen.

Von Elmar Riedel

Paul Ziemiak behandelt die Youtuber-Szene im Allgemeinen und das Rezo-Video im Besonderen trotz bereits 2 Mio. Aufrufen ziemlich von oben herab, und man merkt ihm an, dass er das Video am liebsten ignorieren würde. Das ging nach mehr als 5 Mio. Aufrufen am nächsten Tag nicht mehr, und er deutete etwas an, das so etwas wie Ernstnehmen darstellen sollte.

AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer) setzt dem ganzen noch die Krone auf und bringt eine Art Zensur (der Meinungsfreiheit) vor Wahlen ins Gespräch.

Die SPD tourt aber nicht wirklich besser. Sie haben zwar ein Digitalteam, u.a. einen Ex-Spiegel-online Redakteur, nur scheinen sie immer noch mit einem Computer der 80er Jahre unterwegs zu sein und zu versuchen, das Internet zu finden. Bis auf fragwürdige Tweets des hippen Heiko Maas ist nichts zu sehen.

Rezo lässt auch die SPDler nicht ungeschoren, insofern ist es nur folgerichtig, dass die SPD antwortet.
Auch auf Youtube, aber erst 6 Tage später. Wohlweislich nicht im Rezo-Stil, sondern verständnisvoll im Dreierpack mit Lars Klingbeil, Kevin Kühnert und Tiemo Wölken.
Fällt hier etwas auf? Es antworten drei Männer.
Für eine Partei, die für ein feministisches Europa (ge-)kämpft (hat).
Sie erzielten 13.000 Aufrufe, immerhin ein 100stel von Rezo.

Andrea Nahles, sicher genervt von anhaltender interner Kritik, Putschgerüchten und dem desaströsen Wahlergebnis, ruft einen Tag nach der Europawahl zu einer Abstimmung über den Fraktionsvorsitz bereits am kommenden Dienstag auf. Kaum eine Chance für Wettbewerber, sich in eine einigermaßen erfolgversprechende Position zu bringen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Das fördert auch nicht das Vertrauen in Politik.

Nur damit es nicht unter den Tisch fällt: Auch die AfD bekam bei Rezo ihr Fett weg. In der „Youtube Generation“ spielt diese Combo, trotz einigermaßener Neue-Medien-Kompetenz, nur eine untergeordnete Rolle. Was nicht unbedingt so bleiben muss.

Die FDP hatte das Glück, von Rezo nicht erfasst worden zu sein. Diese Partei zog sich folgerichtig still und leise in ein Café mit Fensterplatz zurück und äußerte sich gar nicht. Das war das Beste, was sie machen konnten. Glück gehabt, dass sie so klein sind, dass sie doch glatt übersehen wurden. Aber auch das gibt Anlass zum Nachdenken, als Appendix nur unzureichend wahrgenommen zu werden.

Die Grünen haben mit Greta, Rezos Umweltpolitik-Schelte und - nicht zu vergessen - der Urheberechtsreform Artikel 13 eine Welle unter den … Kiel geschoben bekommen, die sie in dieser Höhe nicht verdient haben. Als zweitstärkste Partei wird ihr Einfluss zunehmen. Bleibt abzuwarten, ob die Ge- und Verbotsstrategie und andere Absonderlichkeiten dann noch Bestand haben können.

Das sollte gar keine detaillierte Wahlanalyse werden oder sein.
Diese auf die kurzfristigen Ereignisse zu beschränken wäre auch verfehlt.
„Die Probleme, über die wir heute erschrecken, kennen wir schon seit 40 Jahren.“ Prof.Rürup zur Rentenproblematik, ist aber in der Politik universell anwendbar.

Eines lässt sich aus den letzten 1-2 Wochen aber auch für uns Trennungskinder und –eltern ableiten:

Die Politik(er) hat(haben) die Entwicklungen der Zeit immer noch nicht erkannt.
Es bedarf immer noch eines Europäischen Gerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts und den entsprechenden Aktivitäten dorthin, dass sich in unserem (Trennungs-)Familienrecht etwas ändert.

Es hat sich bei der Wahl gezeigt, wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

Deshalb unser Aufruf in den Bundestag und die Landtage:
Schmeißt eure meinungsbasierte Einstellung zur Doppelresidenz auf den Misthaufen der Geschichte.
„Regelfall“ bedeutet keinen Zwang. Überwiegend wird es, aus freier Entscheidung der Eltern, beim Residenzmodell bleiben.
Die Doppelresidenz als gesetzlicher Regelfall setzt ein Zeichen. Nicht nur in der Justiz sondern auch in der Gesellschaft.
Genauso wie die Geschlechtsbezeichnung „Divers“, für die ihr so gekämpft habt.
Anfang Mai las ich einen Artikel, in dem die Eintragungen von Divers abgefragt worden waren. In den größten deutschen Städten waren es in vier Monaten insgesamt nur etwas über 100. In Worten Hundert. Berlin führte mit 41.
Aber – es ist ein Zeichen, und das gesellschaftliche Bewusstsein wurde geschärft.

Setzt ein weiteres Zeichen für die Doppelresidenz!


24.05.2019

„Europa“ HAT die Antwort. Deutschland ist das letzte Land in Europa, das keine Regelung zur Doppelresidenz hat.“

Am kommenden Sonntag stehen wichtige Wahlen an. Kommunal-, Kreistags-, in Bremer Bürgerschaftswahl und Europawahl. „Wir gehen zur Wahl“, sagt der Vorsitzende des Väteraufbruchs für Kinder Mainz, Elmar Riedel. Er zeigt, welche Parteien für eine moderne, zeitgemäße Familienpolitik stehen – und welche nicht.

Von Elmar Riedel

Die Bundespolitik ist großteils mit entscheidend für die Wahlentscheidung auf jede dieser Wahlen. Hierbei sind die Wechselwirkungen zwischen Kommunalpolitik, Bundespolitik und Europapolitik höchst unterschiedlich. Daran muss ich mich selbst immer erinnern. Die größte Schnittmenge ergibt sich wohl bei der Bundes- und Europapolitik. Jeder hat seine Schwerpunkte, die ihm in der Politik wichtig sind:

  • Sozial
  • Wirtschaft
  • Außen
  • Innen

mit den jeweiligen Überschneidungen und Beeinflussungen.

Eine Partei, die mich in allen Punkten überzeugt, gibt es nicht und in vielen Aussagen sind Parteien austauschbar. Nun richte ich aus meinen individuellen und vereinsbezogenen Erfahrungen ein besonderes Augenmerk auf die (Nachtrennungs)Familienpolitik und gleiche Parteien in diesem Aspekt mit einander ab.

  • Wer tut nachvollziehbar etwas, das den Kindern nach Trennung der Eltern beide Eltern erhält?
  • Wer schweigt dazu?
  • Wer agiert offen oder versteckt dagegen?
  • Wer unterstützt die Doppelresidenz als Regelfall?
  • Wer interpretiert den Begriff „Regelfall“ bei der Doppelresidenz mutwillig oder fahrlässig als Zwang?

Eine Hilfestellung

Wer es genauer wissen will, hier die Bundestagsreden vom 15.03.2018 auf youtube (je ca.5 Minuten)

FDPCDU/CSUSPDAfDLinkeB90/GrüneCDU/CSUSPDCDU/CSU -

Wer Trennungskinder so behandelt, als wäre der getrennt lebende Elternteil im täglichen Erleben der Kinder unwichtig, wer Alleinerziehende unterstützen will, ohne die Getrenntlebenden in die Überlegungen einzubeziehen, wer den Feminismus als erklärtes europapolitisches Ziel erklärt, bekommt bei mir ein so deutliches Minus in meiner persönlichen Abwägung, dass es nur schwer durch andere Themen wieder auszugleichen ist. Allen anderen Lippenbekenntnissen zum Trotz. Beides fördert die Spaltung und erschwert friedliches Zusammenleben.

Das macht mir die Wahl besonders schwer.

„Europa“ hat aus meiner Sicht ein Kardinalproblem: Ganz schlechtes Eigenmarketing und das Europaparlament bedarf dringend einer Reformierung. „Europa“ ist wichtig für uns alle. Im globalen Wettbewerb und für jeden Einzelnen. Mir graut es davor, in die Kleinstaaterei zurück zu fallen. Siehe auch die deutschen Kleinstaaten im 19. Jahrhundert.

Und dann fällt mir noch der Wahlkampfslogan „Europa ist die Antwort“ ein. Auf welche Frage? Ist „Europa“ das neue „42“? „Europa“ HAT die Antwort. Deutschland ist das letzte Land in Europa, das keine Regelung zur Doppelresidenz hat.

Eins allerdings ist sicher. 
Wir sollten alle zur Wahl gehen. 
Sonst bekommen wir die, die die anderen gewählt haben und die wir mehrheitlich nicht wollen.


21.05.2019

Deutschland braucht eine sofortige Wende im Familienrecht

"Deutschland braucht ein neues, zeitgemäßes Familienrecht. Das derzeitige Familienrecht stammt noch aus den 1950er Jahren und hat mit der Lebensrealität in unserem Land nichts mehr zu tun", sagt Elmar Riedel, Vorsitzender des Mainzer Vereins Väteraufbruch für Kinder.

Deutschland braucht ein neues, zeitgemäßes Familienrecht. Das derzeitige Familienrecht stammt noch aus den 1950er Jahren und hat mit der Lebensrealität in unserem Land nichts mehr zu tun. Glückliche Kinder brauchen beide Eltern – auch nach einer Trennung. Papa zahlt und Mama betreut – das ist längst nicht mehr zeitgemäß. Wir unterstützen daher die entsprechende Forderung mehrerer politischer Parteien, Vereine, Medien und Organisationen für das gesetzliche Leitbild der Doppelresidenz / des Wechselmodells.

von Elmar Riedel

Im Frühjahr 2019 haben sich rund 16.000 Menschen auf Unterschriftenlisten und via ePetition vor dem Deutschen Bundestag für ein zeitgemäßes Familienrecht in Deutschland stark gemacht. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Politik endlich Rahmenbedingungen schaffen muss, die unseren Kindern ein gesundes Aufwachsen mit beiden Eltern ermöglicht. Es geht uns darum ein Familienrecht zu schaffen, welches den Eltern ein Miteinander auf Augenhöhe zum Wohle ihrer Kinder ermöglicht.

Das Schlimmste für die Kinder ist ein kompletter Kontaktabbruch. Und das betrifft dann nicht nur Väter und Mütter, sondern auch Omas, Opas, Tanten, Onkel und Freunde der Familie. Viele Tausend Kinder verlieren durch fragwürdige Urteile jährlich den Kontakt zu ihrer ausgegrenzten Familie. Die Doppelresidenz ist nicht unsere Erfindung. Ganz Westeuropa hat bereits dieses moderne Familienrecht – nur Deutschland nicht. Das macht mich wütend. Mit dieser Gerichtspraxis muss nun endlich Schluss sein – und zwar sofort.

Wir möchten auch nicht, dass die Doppelresidenz gesetzlich vorgeschrieben wird, es geht um ein gesetzliches Leitbild. Von Doppelresidenz spricht man bereits ab einem Betreuungsverhältnis von 30 zu 70. Die elterliche Autonomie soll erhalten bleiben. Wenn sie sich einigen, ist jede Form der Kinderbetreuung okay. Oft geht ein Wechselmodell mit einer Woche bei Mama leben und eine Woche beim Papa leben schon aus beruflichen Gründen nicht. Wenn sich die Eltern aber nicht einigen, muss unserer Auffassung nach vor Gericht das Leitbild der Doppelresidenz gelten. Alle Kinder brauchen Mama und Papa.

Über 50 wissenschaftliche Studien belegen, dass Kinder in der Regel deutlich mehr von der gemeinsamen Betreuung im Wechselmodell profitieren als von anderen Betreuungsformen. Wir fordern daher von der Politik eine sofortige Wende im Familienrecht. Es ist das natürliche Recht der Kinder, schöne Zeiten mit beiden Eltern und auch mit ihren Großeltern zu verbringen. Wir Mamas und Papas sind die Wurzeln, wir lieben unsere Kinder bedingungslos.