29.11.2019

15 Jahre Väteraufbruch für Kinder Mainz!

Sie / Ihr vermutet richtig. Der #VäteraufbruchfürKinder in #Mainz hat 15-jähriges Jubiläum. Die schwarze Hintergrundfarbe ist mit Bedacht gewählt. Eigentlich ist es bedauernswert, dass es uns geben muss, und genaugenommen stützen wir mit unserer Arbeit das System, das uns notwendig macht.

von Elmar Riedel

Täten wir es allerdings nicht, müssten wir viele betroffene Elternteile, und damit deren Kinder, in ihrem Unglück alleine lassen. Tatsächlich konnten wir vielen Müttern und Vätern, nicht allen, helfen, ihren Kindern wieder Eltern sein zu dürfen. Deswegen steht der „Väteraufbruch für Kinder“ auf einem leuchtend weißen Hintergrund mit einem freundlich-blauen Rahmen.

Im Wesentlichen steht die Politik einer kindgerechten Nachtrennungspolitik entgegen. Nicht nur, aber aus Aktualitätsgründen, hier beispielhaft „meine“ #SPD auf ihrem anstehenden Bundesparteitag vom 06.-08.Dezember in Berlin.

Ein #Bundesparteitag ist ein immenser Aufwand. Nicht nur, dass hier die Casting-Show „Germanys-Next-Top-Sozi“ ein Ende gefunden haben wird. Außer Olaf Scholz traute sich keiner der ersten Reihe zu kandidieren, ich wette aber, dass sie anschließend alle wieder kräftig mitmischen wollen. Aber das nur am Rande.

Das „Antragsbuch“ alleine umfasst 1.012 Seiten. Wer es sich antun möchte, bitte hier (https://www.spd.de/partei/spdbpt-2019). Es wird allerdings zuvor durch die Antragskommission zusammengefasst und aussortiert.

Von Seite 305-370 findet sich Familien-, Frauen- und Gleichstellungspolitik, Generations- und Seniorenpolitik (F). Männer? Kinder? Fehlanzeige!

Seite 342 macht Mut. Hier wird paritätische Kinderbetreuung durch ihre Eltern gefordert. Weiterhin: „Elternurlaub“ in Verbindung mit Partnerschutz nach Geburt. Beide Anträge wurden an die SPD-Bundestagsfraktion verwiesen. So weit – so gut. Bezieht sich beides auf „heile Familie“.

Auf Seite 343 stellt die Arbeitsgemeinschaft Bildung einen interessanten Antrag. „Stärkung der Kinderrechte durch Schutz vor Eltern-Kind-Entfremdung“. Kurze und knappe Anmerkung: Ablehnung. Kurze Statistik nach Stichwörtern nach Häufigkeit im Antragsbuch: „Mütter“- 51x – „Alleinerziehende“- 47x – „Väter“- 11x. Liebe SPD, nimm doch bitte die Realität zur Kenntnis und lös dich von deiner Mütter- und Alleinerziehendenfixierung.

Aktuell wird Christine #Lambrecht, BMJ, in die vorderste Reihe der Befürworter der #KinderrechteInsGrundgesetz geschoben. Die FAZ hat aktuell einen ganz kurzen Kommentar, der aber alles sagt. Liebe Frau Lambrecht, schützen Sie die Kinder vor Eltern-Kind-Entfremdung! S. abgelehnten Antrag Nr. F35 S.343 im Antragsbuch.

Ich erkenne die vielbeschworene, inhaltliche Erneuerung der SPD, zumindest familienpolitisch, nicht.

#BlauerWeihnachtsmann

Am 1. und 2. Adventssamstag sind, wie alle Jahre wieder, unsere Weihnachtsmänner vor der #RömerpassageMainz aktiv, verteilen Süßigkeiten an die Kinder und klären die Erwachsenen über die Risiken für Kinder nach Trennung und Scheidung auf. Sie sind in ihren blauen Kostümen leicht zu erkennen.

#VafKElternkongress in Halle am 09./10.November

Ein interessanter Kongress über das Thema „Transgenerative Wirkungen von Familienkonflikten, Trennung und Scheidung“. Übersetzt: Wie werden gelernte Verhaltensmuster aus diesen Krisen über Generationen weitergegeben?

Für unsere tägliche Praxis genauso interessant – Tag 2 mit zwei Richtern in aktiver Beteiligung. Ein Familienrichter am AG Zerbst und ein OLG-Celle Richter. Aufschlussreich die Stellungnahme von Rechtsanwalt Mohr mit Schwerpunkt „#familienpsychologischeGutachten“. Film hier (https://www.youtube.com/watch?v=GqeRlZ4OuUA).

Auch die kurze Erwiderung von OLG-Richter Hornung will ich nicht vorenthalten (https://youtu.be/OX3sWu-FxJI. Ich will Richter Hornung nicht widersprechen, im Nachgang zum Kongress hatten wir auch noch einen konstruktiven, kurzen Mailaustausch, zumal im OLG-Bezirk Celle die „#WarendorferPraxis“ ständige Übung ist. Dort mag seine Einschätzung richtig sein. Grundsätzlich stimme ich aber, aus der Praxis, der Auffassung von Rechtsanwalt Mohr zu.

Kultur kam auf dem Kongress auch nicht zu kurz. Dieser Familienchor ist nicht nur exzellent und persönlich berührend, sondern das lebende Beispiel dafür, wie die Familienrechtsprechung versagt. Der Vater ist alleinerziehend mit diesen fünf Kindern. Die Mutter starb, kurz nach der Geburt des kleinen Mädchens. Außerhalb der Auftritte war er ein sehr liebevoller Vater, die Kids altersmäßig völlig normal. Mit seiner zweiten Frau hat er weitere drei Kinder. Hier sprach sich ein Gericht für Umgangs- und Kontaktverbot aus, weil er für diese Kinder schädlich sei. Seinem jüngsten Kind hat er noch nie ins Gesicht sehen dürfen. Er kennt nur den bemützten Hinterkopf.

Ich wünsche allen einen frohen 1. Advent!

Genießt dazu den Familienchor – es passt zum 1.Advent und ist gleichzeitig eine Anklage des Familienrechts. Oder hier: https://youtu.be/WdfCOdH2LqA

 

02.11.2019

Thesenpapier des BMJV wird dem Anspruch einer grundlegenden Reform nicht gerecht

Deutschland steckt im Reformstau. Auch das Thesenpapier des BMJV wird dem Anspruch einer notwendigen GRUNDLEGENDEN REFORM nicht gerecht.

Von Elmar Riedel

Am Dienstag den 29.10.2019 veröffentlichte das federführende BMJV das Thesenpapier der Arbeitsgruppe zur Reform des #Sorge- und #Umgangsrechts (hier als pdf zum Download, bitte parallel öffnen, es hilft beim Verständnis des Artikels). Die 8 Experten (m/w/d)  der Arbeitsgruppe sind:

  • Eva Becker, Rechtsanwältin, Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltsverein
  • Prof. em. Dr. Michael Coester, Vorsitzender der Kinderrechtekommission beim Deutschen Familiengerichtstag
  • Prof. Dr. Isabell Götz, Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht München und Vorsitzende des Deutschen Familiengerichtstags und Honorarprofessorin an der Universität Mannheim
  • Dr. Stephan Hammer, Richter am Kammergericht Berlin
  • Prof. Dr. Stefan Heilmann, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Frankfurt und Honorarprofessor an der Frankfurt University of Applied Science
  • Prof. Dr. Frank Klinkhammer, Richter am Bundesgerichtshof und Honorarprofessor an der Universität Marburg
  • Prof. Dr. Eva Schumann, Professorin an der Georg-August-Universität Göttingen
  • Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf-Kravets, Professorin an der Evangelischen Hochschule Nürnberg

Im Thesenpapier findet sich auch das jeweilige Abstimmungsverhältnis der Experten (m/w/d) zu den 50 spezifischen Fragen (ja/nein/Enthaltung).

Fangen wir mit etwas Positiven an. Das Ergebnis ist wie erwartet, oder besser:wie befürchtet. Ob das nun wirklich positiv ist sei dahin gestellt. Tatsächlich positiv ist, dass der Themenblock A „Reformbedarf“ in den Punkten 1-4 allgemeine Zustimmung findet. In Punkt 1 wird der Bedarf nach einer grundlegenden Reform mit 7-1-0 bejaht. Das findet sich aber in den folgenden 46 Punkten nicht wieder.

Insbesondere wird die Einführung eines gesetzlichen #Leitbilds eines bestimmten Betreuungsmodells abgelehnt. Nun wird aber in der Jurisdiktion das gesetzliche Leitbild der #Einzelresidenz gehegt und gepflegt. Wir erleben allerdings vermehrt die gerichtliche Anordnung der #Doppelresidenz. Vornehmlich durch jüngere, oder geistig jüngere, #Richter (m/w/d) .

Ohne die Einführung des gesetzlichen Leitbildes der #Doppelresidenz werden wir auf ein bis zwei Generationenwechsel in der Richterschaft warten müssen, bis sich die Nachtrennungsfamilie den gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst haben wird. Bis dahin fehlt der Rechtsprechung, die ausführendes Organ der Gesetzgebung ist, eine dringend notwendige Orientierung.

Punkt 5b könnte es dem ein oder anderen Richter (m/w/d) erleichtern, sich für die #Doppelresidenz zu erwärmen. Gleiches gilt für Punkt 9. Dieser soll als „Leitgedanke“ vorangestellt werden und Punkt 22 ergänzen: >„Betreuung“ endet nicht mit der Trennung. Eltern werden somit nicht mehr auf ein bloßes Umgangsrecht verwiesen.<

Das „#Kindeswohl“ soll mit #§1697a BGB als Grundsatz vorangestellt werden. Es bleibt aber bei dem unbestimmten Rechtsbegriff des Kindeswohls, das je nach Gusto hin und her interpretiert werden kann. Die Österreicher sind diesbezüglich seit einigen Jahren bereits weiter: https://www.jusline.at/gesetz/abgb/paragraf/138

Wenn schon der „Kindeswohl“-Grundsatz wie ein polymorphes, aber in der Konsequenz alles beherrschendes künstliches Konstrukt dominieren soll, dann aber bitte mit der 2013er Reform des #§1626a eingeführten Begriffs der „#negativenKindeswohlprüfung“ (wenn es dem #Kindeswohl nicht schadet). Er hat sich, wie 2018 evaluiert, im §1626a bewährt. Der Begriff taucht aber in dem Thesenpapier nicht auf.

Enttäuschend in diesem Arbeitspapier – die Ablehnung der Einführung einer verpflichtenden #Mediation vor Antragstellung beim Familiengericht. Absatz F. In vielen europäischen und transatlantischen Ländern wird dies bekanntermaßen erfolgreich praktiziert. Auch im #CochemerModell oder der #WarendorferPraxis in Deutschland. Was bei Nachbarschaftsstreitigkeiten gut funktioniert, wird im Familienrecht abgelehnt?! In einem Rechtsbereich der qua Definition dazu da ist, den Kindern beide Eltern nicht nur physisch und materiell sondern auch als identitätsstiftendes, synergetisches Elterngebilde zu erhalten.

Im Absatz G erschreckt mich die Präferenz des #Kindeswillen. Zwar wird die notwendige Reife des Kindes mit 12 Jahren mehrheitlich, aber nicht eindeutig, abgelehnt. Mit 14 soll sie aber greifen (mit Minimalzustimmung 4:3:0). Das öffnet der #Kindesmanipulation, bzw. der #ElternKindEntfremdung, noch stärker Tür und Tor, als wir es jetzt schon erleben. Diese Präferenz mag vielleicht bei ganz frischer #Trennung oder #Scheidung, erst frischem #Elternstreit sinnvoll sein, aber nicht, wenn das Kind über die Jahre in dieses entscheidungsrelevante Alter hinein wächst. Da sind nicht reale Wirklichkeiten bereits implementiert. Wir wissen von jungen Erwachsenen, die ihrem Elternteil jetzt einen Vorfall von vor vielen Jahren verziehen (!) haben, der nie stattgefunden und damals zur #Entfremdung beigetragen hatte. Oder adoleszierenden Jugendlichen, denen in der Kindheit ein geradezu erschreckendes, nicht zutreffendes, Bild des getrennt lebenden Elternteils vermittelt wurde, von dem sie sich nicht mehr lösen können. In diesem Zusammenhang fehlt mir völlig die Erkenntnis, dass es nur eine unzulängliche Richteraus-und vollkommen fehlende Verpflichtung zur #Richterfortbildung gibt.

Das ist zwar ein anderes Rechtsgebiet, ist aber aus dem #Familienrecht nicht weg zu denken.
Ich bin gespannt, ob das #BMFSFJ noch eine Stellungnahme zu dem Thesenpapier abgibt, und wenn ja, welche.

Thematisch wäre die Aufgabenstellung m.M.n. sowieso besser in diesem Ministerium angesiedelt gewesen, um ein Thesenpapier zu erstellen und dieses BMFSFJ-Papier dann an das #BMJV zur Umsetzung weiterzureichen. Das BMFSFJ verfügt über die Ergebnisse der umstrittenen #PETRAStudie zum „‘Kindeswohl und #Umgangsrecht“. Allerdings werden diese seit über einem halben Jahr nicht veröffentlicht. Wie aber kann ein verbindliches Thesenpapier entwickelt werden, ohne die Erkenntnisse aus dieser Studie, die für so wichtig befunden wurde, weil die vielen internationalen Studien als nicht relevant betrachtet werden?

Lassen Sie mich mit etwas positiven aus diesem Papier enden: Die rechtliche Elternschaft soll künftig unabhängig davon begründet sein, ob die Eltern bei der Geburt des Kindes verheiratet sind oder nicht. (G-13. Abstimmungsverhältnis: 8:0:0). Die demütigende Verpflichtung zur Antragstellung durch den #nichtehelichen Vater dürfte damit entfallen.

Fazit: Das Thesenpapier bleibt großteilig hinter dem Anspruch einer GRUNDLEGENDEN Reform zurück. Vieles bleibt beim Alten. Gute Ansätze wurden nicht zu Ende gedacht. Dringend Notwendiges nicht in Angriff genommen. Diese Re-form hat eher etwas von Chloro-form, um Gemüter zu beruhigen um dann vielleicht in 10 Jahren überhaupt wieder über eine Reform nachdenken zu müssen.

Deutschland steckt in einem Reformstau. Auch im Familienrecht.

 


29.09.2019

Familienrichter-Ausbildung ist „Training on the job“ – erschreckende Missstände in deutschen Gerichten

Eine Debatte im Rechtsausschuss des Bundestages hat gravierende Missstände an Familiengerichten aufgedeckt. Dies ist höchstproblematisch mit dem Blick der Tragweite ihrer Entscheidungen. "Wenn zukünftig in der Richterausbildung wissenschaftliche Kenntnisse zur Entwicklungs- und Bindungstheorie im Familienrecht vermittelt werden, sind wir ganz nah dran an der Doppelresidenz als Leitbild in den Gerichtssälen", sagt der Vorsitzende des Väteraufbruchs für Kinder, Elmar Riedel.

Von Elmar Riedel

Es waren fast ausschließlich OLG, Kammer und Amtsrichter bei der Expertenanhörung im Bundestag anwesend. Als Vätervertreter die IG Jungen, Männer und Väter, die ihre Stellungnahme zur konkreten Fragestellung viel zu breit gefasst hatte (auch wenn weitgehend alles stimmt). Es entsteht der Verdacht, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Das Gegenteil ist der Fall. In großem Einvernehmen konstatierten die anwesenden Richter dem Familienrechtssystem größte Mängel bereits ab der Ausbildung, die eigentlich, weil völlig verschieden zu anderen Rechtsgebieten, gar nicht stattfindet. Gleiches gilt für die Fortbildung. Richter delegieren Ihre Verantwortung an die gerichtsnahen Professionen, begründen auf deren Stellungnahmen ihre Beschlüsse und nutzen diese Stellungnahmen als (neudeutsch) "cover my ass file" (das Internet findet etwas zu dem Begriff). Bleibt zu hoffen, dass sich schnell, konzentriert, viel tut zur "Qualitätssicherung in familiengerichtlichen Verfahren".

Bereits am 07. Juni 2016 beschloss der Bundestag, dass die Aus- und Fortbildung der Richter im Familiengericht wegen erheblicher Mängel verbessert werden soll. Die Bundesregierung war aufgefordert, eine entsprechende Gesetzesvorlage zu entwickeln. Passiert ist seit dem, trotz besserem Wissen, nichts. Mit Datum vom 20.03.2019 stellten Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag, die strukturellen Voraussetzungen zur Fortbildung von Richtern und zur Qualitätssicherung in familiengerichtlichen Verfahren durch gesetzliche Verankerung zu schaffen. Dazu wurden in dem Antrag detaillierte Vorschläge gemacht.

Was bemängeln wir seit jeher in familiengerichtlichen Verfahren?

  • Hochstrittigkeit zwischen den Eltern wird von keiner der Professionen versucht beizulegen.
    Der Verweis an Beratungsstellen hat eher hilflosen Alibi Charakter. Es muss eigentlich jedem Richter auffallen, dass fast jeder Bericht dieser Beratungsstellen feststellt, dass die Vermittlung erfolglos war und „die Eltern hoch zerstritten sind und keine Einigung finden konnten“. Fast nie eine klare Benennung des Verursachers dieser Nichteinigung.
    Dies spielt dem jeweiligen „Kindesbesitzer“ (m/w/d) in die Hände.
    Dazu steht nichts im Antrag von B90/Die Grünen.
    Wir fordern seit je her eine verpflichtende Mediation nach dem Vorbild des Cochemer Models vor Aufnahme eines familiengerichtlichen Verfahrens unter Sicherstellung häufigen Kontakts der Kinder mit dem getrennt lebenden Elternteil.
  • Rechtsanwälte der streitenden Eltern erfüllen ausschließlich den Auftrag ihres jeweiligen Mandanten. Das entspricht ihrem gesetzlichen Auftrag und ist von daher nicht zu kritisieren. Durchaus kritikwürdig ist es allerdings, wenn diese Organe der Rechtspflege bei aller Mandantenorientierung den Blick auf die Kinder ausblenden.
    Familienanwälte sollen verpflichtet werden, mit ihrem Mandanten und mit der Gegenpartei auf Deeskalation und Einvernehmlichkeit hinzuwirken.
    Die Berufsordnung der Rechtsanwälte sieht das nicht vor. Sie wäre als, speziell auf das Familienrecht, zu ergänzen. Anders als alle anderen Rechtsarten richtet sich das Familienrecht in die Zukunft (der Kinder). § 156 FamFg sieht das Hinwirken auf Einvernehmlichkeit zwar vor, wird aber seltenst praktiziert. Ein eindeutiger Mangel in der Richterausbildung. Hierzu findet sich nichts im Antrag von B90/Die Grünen.
  • Um diesen Mangel im Rechtssystem auszugleichen, hat der Gesetzgeber den „Verfahrensbeistand“ ins Leben gerufen. Er soll die Interessen des Kindes vertreten.
    Ein löblicher Ansatz, der auch im Antrag von Bündnis 90/Die Grünen in dem Sinn aufgegriffen wird, dass die Qualifikationsvoraussetzungen zur Zulassung und das Recht und die Pflicht zur regelmäßigen Fortbildung verbindlich gemacht werden. Volle Zustimmung. Nur, was nützt diese formelle Qualifikation und Fortbildung, wenn der Verfahrensbeistand nicht in der Lage ist, seine persönliche Überzeugung, Ideologie oder Sympathie unter zu ordnen.
    In der Mehrzahl der Fälle machen die Verfahrensbeistände einen guten Job. Wenn bei uns als Verband, zu dem leider hauptsächlich Hochbetroffene kommen, manche Verfahrensbeistände-Namen immer wieder auftauchen, dann ist ein gewisses Misstrauen angebracht. Zu begrüßen ist im Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, dass Verfahrensbeistände abgelehnt oder gewechselt werden können. Aber nicht nur, wie gefordert, von Kindern und Jugendlichen. Diese sind gerade in jungen Jahren zu leicht manipulierbar. Im Moment sind die Verfahrensbeistände unantastbar. Ich hörte eine Verfahrensbeiständin zur Mutter des von ihr betreuten Kindes sagen „Die Richterin macht sowieso was ich will.“ Was für eine Deklassierung des Richteramtes.
  • Von Jugendämtern erhoffen sich viele Betroffene Unterstützung, um Einvernehmlichkeit herzustellen und werden oft genug enttäuscht. Wenn von beiden Eltern nicht von vorn herein Kooperationsbereitschaft signalisiert wird, wird gerne an externe Beratungsstellen delegiert. Ergebnis: siehe oben. Begründet wird dies oft mit Überlastung. Das können wir so nicht stehen lassen. Es ist die primäre Aufgabe des Jugendamtes, sich um die Interessen, nicht nur die monetären, des Kindes zu bemühen. Auch der Jugendamtsmitarbeiter ist, wie der Verfahrensbeistand unantastbar. Statt die Aufgaben der Jugendämter zu erweitern gehört das Ganze, sich selbst kontrollierende System, der Jugendämter auf den Prüfstand.

Hier sollten nur die Punkte aufgegriffen werden, mit denen wir am häufigsten zu tun haben. Es sind andere als positiv zu bewertende Punkte im Antrag von Bündnis 90/Die Grünen wie zum Beispiel die Einrichtung eines Ombudsmanns oder die interdisziplinäre Vernetzung der Professionen, Nähe des Cochemer Modells. Es fehlt aber "Unter der Ägide des Richters".

Diskussion des Antrags der FDP im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages, das Wechselmodel als Regelfall im BGB zu verankern

Unterdessen ist der FDP-Antrag, das Wechselmodell als Regelfall im BGB zu verankern, krachend abgelehnt. Es bleibt noch die Diskussion im Bundestag auf die wir natürlich noch versuchen werden, Einfluss zu nehmen. Größere Hoffnung setze ich persönlich auf eine gravierende Änderung in der Richterausbildung und obligatorischen Fortbildung der Richter . Wenn hier grundlegende, wissenschaftliche Kenntnisse zur Entwicklungs- und Bindungstheorie, psychosoziale Implikationen bei Kindern nach Trennung und Scheidung bis hin zur Epigenetik vermittelt werden sind wir ganz nahe an der Doppelresidenz als Leitbild in den Gerichtssälen.

 


14.09.2019

"Weil Du mir gehörst" - viel Aufmerksamkeit für den Film über Eltern-Kind-Entfremdung: Erfolgreiche Vor-Premiere in Ludwigshafen

Der Film „Weil du mir gehörst“ erfährt auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen wie schon zuvor beim Filmfest in München riesige Aufmerksamkeit durch das Publikum - sowohl für die Vorführung als auch im Filmgespräch danach.

von Elmar Riedel

Nein, ich werde nicht die Geschichte erzählen.

Seit der Produktionsankündigung im Oktober hatte ich die Ehre und Freude, die Produktion zeitweilig beratend mit zu begleiten. Das Team mit und um die beiden Produzentinnen Anemone Müller und Simone Höller von FFP New Media GmbH hatten aber bereits exzellent recherchiert und einen bundesweit bekannten Hauptberater von dem ich nicht weiß, ob er hier namentlich genannt werden möchte.

Ich war bereits in München akkreditiert, konnte es aber nicht einrichten. In Ludwigshafen konnte ich es endlich und durfte sogar ein weiteres (weibliches) betroffenes Mitglied des VafK-Mainz mit deren Tochter, der Sohn ist entfremdet, mitbringen. Es war ein Erlebnis, backstage ganz eng mit den Schauspielern, dem Regisseur und der gesamten Filmcrew zusammen zu sein. Vor der Vorstellung war natürlich keine Zeit für Gespräche. Fotocall, Presse und ganz viele wichtige Leute.

Das Bild zeigt den Kinosaal wie er sich präsentierte, als wir ihn betraten. Ausverkauft. 1.000 zahlende Besucher, um sich einen Film anzuschauen, der das Thema PAS/Eltern-Kind-Entfremdung (EKE) behandelt. Ein Phänomen, das es gar nicht gibt oder nur in Einzelfällen, wie uns gerade die Fachprofessionen weiß machen wollen.

Ich will den Film nicht spoilern, daher nichts zu Inhaltsdetails. Nur so viel: Ganz am Anfang des Films werden die EKE-Effekte auf das Kind quasi vorweggenommen. Hinter mir hörte ich einen Herrn, der offensichtlich mit dem Thema nicht vertraut war, aber Filme gerne lautmalerisch kommentiert, ein lautstärkereduziertes, belustigtes „Chochohoo“ kichern. Leicht verärgert wollte ich mich umdrehen, ließ es aber und dachte mir „wart‘s ab“. Wie erwartet wandelten sich seine Geräusche nach und nach in leise „boahs“ oder Stöhnen, bis schließlich nichts mehr von ihm zu hören war.

Die Story ist dramaturgisch stringent aufgebaut, und ich habe die Fälle aus unserer Beratungstätigkeit wiedererkannt. Die Charaktere sind hervorragend besetzt und authentisch bis in kleinste Kleinigkeiten dargestellt. Die Regieleistung ist einfühlsam, zu keinem Zeitpunkt kitschig oder anklagend. Dafür zunehmend zum Nachdenken anregend. Lisa Marie Trense spielt das entfremdete Kind so überzeugend, dass ich während des Films kurz die (unberechtigte) Befürchtung hatte, dass sie durch den Dreh Schaden genommen haben könnte. Julia Koschitz als Mutter und Felix Klare als Vater haben ihre Rollen sehr realistisch präsentiert.

Der Vorstellung folgte das „Filmgespräch“, wie für alle Filme, im separaten Zelt. Gut 100 Sitzplätze. Ich hatte es mir vor der Vorstellung zu einem anderen Gespräch angesehen. Dort knapp 20 Besucher. Zu „unserem“ Film: Kein Stehplatz mehr zu bekommen! Die Seitenwände mussten geöffnet werden, um allen Interessierten den Zugang gewähren zu können. Das nachfolgende Filmgespräch war übrigens ebenfalls nur mit rd. 20 Besuchern besetzt.

Die Festivalleitung will im Zelt über die künstlerischen Aspekte des Films sprechen. Der Produktion, der Redaktion und mir war aber lange vorher klar, dass es kein Herumkommen um den gesellschaftspolitischen Aspekt geben wird. Deswegen wurde ich zunächst im Hintergrund geparkt, aber schnell - nicht sehr zum Gefallen des Moderators - ungeplant aufs Podium geholt. Es war auch gut, dass ein weibliches Mitglied des VafK-Mainz dabei war, um entfremdeten Müttern ebenfalls eine Stimme zu geben. Die Diskussion drehte sich nur zu etwa 10 Prozent um den Film, zu 90 Prozent um den gesellschafts- und familienpolitischen Aspekt. Es waren diverse VafKler auch aus anderen Kreisvereinen anwesend. U.a. unser "Urgestein" Franzjörg. Nach einer guten Stunde musste abgebrochen werden, weil das nächste Filmgespräch terminiert war.

Das Schlusswort hatte zufällig, aber vom Zeitpunkt optimal, eine sehr junge Frau, die appellierte: „An alle betroffenen Väter und Mütter – hört niemals auf, um eure Kinder zu kämpfen.“ Kaum gesprochen verließ sie, mit den Tränen kämpfend, fast fluchtartig das Zelt. Ich gebe ihren Appell hier weiter!

Der SWR zeichnet für diesen Film verantwortlich. Die Redakteurin, Claudia Gerlach-Benz, überzeugte auf dem Podium in besonderer Weise, in dem sie mit enormem Hintergrundwissen und außerordentlich engagiert die Idee des Films den rund 200 Zuhörern noch einmal eindringlich nahebrachte.

Wir bedanken uns von Herzen für diese überaus gelungene Produktion, die mehr als das Potential hat, auch Nichtbetroffene für das Thema zu erreichen. Voraussichtlich wird „Weil du mir gehörst“ im ersten Quartal 2020 in der ARD zu sehen sein.

Es gibt noch das ein oder andere wichtige Detail zu berichten. Diese hebe ich mir aber für später und auch für Facebook auf, um den Film nicht immer wieder mit dem gleichen Sujet in den Social Media im Bewusstsein zu halten.


02.09.2019

Der Väteraufbruch für Kinder Mainz fordert die Landesregierung auf, Ernst mit Gleichstellung und Gleichberechtigung zu machen.

Gleichberechtigung oder besser, Gleichstellung, ist eins der großen Themen das in gewissen Amplituden, aber kontinuierlich, federführend vom BMFSFJ, gefolgt von fast allen im Bundestag vertretenen Parteien, omnipräsent erscheint.

Wichtig zu wissen: Dem BMFSFJ liegt seit Jahren eine Studie vor aus der hervorgeht, dass häusliche Gewalt sich nahezu paritätisch zwischen den Geschlechtern verteilt. Nur die Art der ausgeübten Gewalt unterscheidet sich.

Insoweit ist die Gleichstellung erreicht. Wird aber nicht zur Kenntnis genommen.

von Elmar Riedel

Unser Foto soll hierzu den Einstieg erleichtern:

Das Poster trägt den Absender „maennerberatungsnetz.de“. Eine Initiative des „Bundesforum Männer“. Angegliedert an, und Feigenblatt des Bundesministeriums für Frauen,S,F,J. Entstanden am 17. August 2019 anlässlich des Tages der Offenen Tür des Bundesministeriums.

In Deutschland gibt es 350 Frauenhäuser mit ca. 6.700 Plätzen. Selbst wenn wir die größte Zahl der Männerschutzwohnungen auf dem „Quiz-Poster“ annehmen würden (136), wäre die Diskrepanz erschreckend. Tatsächlich sind es aber nur 6 – in Worten: Sechs. Drei davon in Sachsen. Auch nicht Häuser sondern Wohnungen. Die Anzahl der Plätze wird gerade noch recherchiert. Mindestens die Hälfte ist rein privat finanziert. Im Gegensatz zu den Frauenhäusern.

Dieser Diskrepanz liegt das Axiom zu Grunde, dass Frauen grundsätzlich Opfer, Männer grundsätzlich Täter sind.

Ein erschreckender aktueller Fall vom letzten Wochenende: „Vater beobachtet, wie die Mutter das gemeinsame Kleinkind durch am Boden liegende Glasscherben laufen lässt und es dabei filmt. Der Vater schnappt das Kind, verlässt die Wohnung und ruft die Polizei. Diese nimmt beide Aussagen auf, übergibt dann das Kind der Mutter und verweist den Vater der Wohnung mit dem Hinweis, am Montag das weitere Vorgehen mit dem Jugendamt zu besprechen. Keine Beweissicherung (Handyvideo), nichts.
Zurück bleibt ein fassungsloser Vater, der sich, noch hyperventilierend, telefonisch an uns wendet, dem noch von den Polizeibeamten mitgeteilt wird: „Das machen wir immer so.“

Kommen wir zu dieser speziellen Gleichstellungsfrage zu Rheinland Pfalz. Es gibt hier:
17 Frauenhäuser
20 Interventionsstellen für Frauen

Vergleichbares für Männer? Fehlanzeige.

Als informative Lektüre empfehle ich diesen Artikel des unverdächtigen SWR zur Situation in Rheinland-Pfalz: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/Gewalt-gegen-Maenner-XY,gewalt-gegen-maenner-104.html

Wer hier am Ende des zweiten Absatzes denkt, „naja, ist ja nicht so schlimm“ lese bitte weiter.

Männer müssen ermutigt werden, über ihren Leidensdruck zu sprechen. Wir wissen das aus unseren Beratungsabenden. Neue Ratsuchende möchten oft erstmal nur zuhören. Sitzen zurückgelehnt mit verschränkten Armen da. Langsam öffnen sie sich zunächst körpersprachlich bis sie sich ein Herz fassen „Ich will nur ganz kurz von meinem Fall erzählen.“ Bis sie dann erkennen, dass sie unter Menschen sind die sie wirklich verstehen und es dann aus ihnen herausbricht

Nicht wenige berichten von physischer und psychischer häuslicher Gewalt, der sie ausgesetzt waren oder sind.

Immerhin wollen NRW und Bayern jetzt aktiv werden: https://www.mhkbg.nrw/nordrhein-westfalen-und-bayern-legen-vor-zwei-bundeslaender-schaffen-hilfestrukturen-fuer-von

NRW geht sogar noch einen Schritt weiter und will das Thema in einer Dunkelfeldstudie beleuchten: https://rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-bringt-studie-zum-tabu-thema-gewalt-gegen-maenner-auf-den-weg_aid-45177511

Wir fordern die anderen Bundesländer, als VafK-Mainz besonders Rheinland-Pfalz, auf, sich NRW, Bayern und Sachsen anzuschließen und die Gleichstellung, besser Gleichberechtigung, nicht nur bei Frauen sondern auch bei Männern ernsthaft voranzutreiben.

Auch in der Familienrechtsprechung haben wir es viel zu oft mit Glaubenssätzen zu tun, die durchaus auch von so genannten Sachverständigen selbstbewusst vertreten werden. Sie arbeiten nicht mit Tabus, die wären relativ leicht aufzudecken, sie arbeiten auch nicht mit Dogmen, denen ist zu widersprechen.

Gefährlich sind die Axiome. Sie müssen überwunden werden. Sie betreffen auch Mütter.


02.08.2019

„Es ist erschütternd“: Anwältin gibt Anleitung, wie man das Wechselmodell verhindern kann

Der Vorsitzende des Vereins Väteraufbruch für Kinder Mainz, Elmar Riedel, ist entsetzt über das öffentliche Vorgehen einer Rechtsanwältin aus Brandenburg.

Der folgende Text ist nur für psychisch gefestigte Personen geeignet. Andererseits ist er besonders für diejenigen interessant, die nur eine vage Vorstellung davon haben, mit welchen "Problemen" die Ratsuchenden, die sich an den Väteraufbruch für Kinder in Mainz und anderswo wenden, zu kämpfen haben.

von Elmar Riedel

Der Begriff „Probleme“ ist in diesem Zusammenhang ein Euphemismus. Nicht selten sind unsere Ratsuchenden am Ende ihrer physischen und psychischen Kräfte. Die nachstehenden, belegbaren Tatsachen sind nur und ausschließlich dahingehend ein Einzelfall, dass diese Anwältin die verfahrenstaktischen Winkelzüge öffentlich gemacht hat.

Sie sind Standard in vielen Kanzleien, aber auch bei vielen anderen beratenden/begleitenden Professionen. Auch wenn der Text sich auf das Wechselmodell bezieht, werden genau diese Ratschläge auch in normalen Umgangs- und Sorgerechtsverfahren gegeben und angewendet.

Dem geneigten Leser wird auffallen, dass dem Kind, um das es eigentlich geht, nicht im geringsten Achtung widerfährt. Mit der Ausnahme, dass das Kind massiv missbraucht wird. Der Satz „Wir orientieren uns am Kindeswohl“ ist der blanke Hohn.

Eine Anwältin publiziert Tipps, mit denen sich das Wechselmodell verhindern lässt

Am 19. Juli 2019 stießen „wir“ auf die Website einer Berlin/Brandenburgischen Rechtsanwältin. Hier wurden ausdrückliche Anleitungen gegeben, wie das Wechselmodell zu verhindern ist. (Diese Ratschläge hatte die ehrenwerte Dame auch auf ihrer facebook Seite. Nach einem heftigen shittornado dort wurden diese dort inzwischen entfernt.)

Es folgen Zitatausschnitte (Original Screenshots sind archiviert, falls jemand den Verdacht hegen sollte, es handele sich um fake news von Trennungsvätern/-müttern, können sie angefordert werden).

Im Februar 2017 hat der Bundesgerichtshof die Büchse der Pandora geöffnet“
(Anm. der Redaktion: Der Büchse der Pandora entwichen in der griechischen Mythologie nach öffen alle Übel, Untugenden, Laster und alles Böse, was die Menschheit bis dahin nicht kannte. Der Vergleich zur BGH-Entscheidung, in der erstmals die paritätische Betreuung positv bewertet wird, ist daher mindestens als polemisch zu bezeichnen.)

"Als moderner Mann fordern sie – mit dem Rückenwind des BGH – Ihre 50 % ein und zwar exakt. Da kann er der Ex ja auch noch gleich eins mit auswischen."
(Anm. der Redaktion: Frau Anwältin unterstellt grundsätzliche Missgunst und Aggression des Vaters, weist aber im Subtext daraufhin, dass es auch für die umgekehrte Geschlechterrolle gilt.)

Ungekürzt:

"Ausweg 1: Räumliche Distanz schaffen. … Hier ist die Mutter oft im Vorteil …

Streit, aber nicht nur ein bisschen, sondern so richtig.
Wer auf Harmonie macht, bereitet der Anordnung des paritätischen Wechselmodells den Boden.
Deshalb: Streiten Sie sich über alles: Unterhalt, jeden Arztbesuch und alle Nichtigkeiten.
Und ganz wichtig: Beleidigen Sie den (Ex)Partner aufs Übelste, aber bitte nicht nachweisbar. Er soll ausrasten, wenn er sie sieht (optimal: Eskalation vorm Richter). Und werfen Sie mit Dreck: Schwere Alkoholiker mit abartigen Neigungen sind nicht gut fürs Kind.

Es gibt schon eine richterliche Anordnung, z.B. für den Ferienumgang?
Geben Sie das Kind einfach mal nicht raus. Das wird beim ersten Mal noch nicht so teuer, auch wenn das Gericht Strafen angedroht hat. Das Geld ist gut investiert, denn ein vereitelter Urlaub macht so richtig schlechte Stimmung.

Und Sie arbeiten mit den ganz schmutzigen Methoden: Machen Sie dem Kind deutlich, dass es bei Papa nicht schön ist und es seine Schuld ist, dass Sie keine Familie mehr sind.

Ein bisschen Manipulation des Kindes ist Notwehr. Mit-Ausweg 2-Mandanten können wir uns übrigens nicht identifizieren. Wir orientieren uns am Kindeswohl.

Die vorstehenden Hinweise sind überzeichnet, aber: Eine Verbesserung des Verhältnisses der Eltern gilt es unbedingt zu vermeiden, wenn gegen das Wechselmodell gekämpft wird. Die drohende Anordnung des Wechselmodells wird dem Kind schaden, wenn sich die Mutter richtig wehrt. Das ist die Konsequenz der undurchdachten Entscheidung des BGH."

Zitat Ende. Es ist erschütternd.

Kurz darauf ergänzte sie, erkennbar hilflos, sinngemäß auf ihrer Homepage, dass es sich eher um Satire handeln würde und textete leicht um. Wiederum kurze Zeit später wurden diese Ratschläge vollständig gelöscht: "404 Page not found."

Ich weiß, dass viele Beschwerden bei der brandenburgischen Anwaltskammer eingingen. Die RAK leitete ein standesrechtliches Verfahren ein.

Wer glaubt, damit sei das Problem gelöst irrt. Ob diese Ratschläge online sind oder nicht ist nebensächlich. Diese Giftpilze gedeihen im Verborgenen und verteilen ihre Sporen nach wie vor. Bundesweit. Es bedarf besonderer Wachsamkeit der Betroffenen und Aufmerksamkeit durch die verhandelnden Gerichte. Bei ersten Anzeichen ist sofortiges, entschiedenes Handeln von Nöten.
Die Kinder werden sonst massivst geschädigt.

"Weil Du mir gehörst"

Der Film “Weil du mir gehörst“ https://www.youtube.com/watch?v=l3c8Ncw0qLI (wir berichteten bereits) wird am 05./06. und 07.September auf dem Filmfestival in Ludwigshafen gezeigt werden.


12.06.2019

Filmfestival in Ludwigshafen zeigt neuen ARD-Film „Weil du mir gehörst“

Der Film “Weil du mir gehörst“ wird am 05./06. und 07.September auf dem Filmfestival in Ludwigshafen gezeigt. Der Väteraufbruch für Kinder Mainz spricht eine klare Empfehlung für den neuen ARD-Film um Trennung, Scheidung und Eltern-Kind-Entfremdung aus. Wir zeigen vorab den Trailer und bringen einen Vorbericht vom Vorsitzenden unserer Vereins.

Der Väteraufbruch für Kinder Mainz spricht eine klare Empfehlung für den neuen ARD-Film „Weil du mir gehörst“ aus. Wir zeigen vorab den Trailer und bringen einen Vorbericht vom Vorsitzenden unserer Vereins.

Von Elmar Riedel

Als ich im letzten Jahr auf die Produktionsstartankündigung für den SWR/ARD-Film "Weil du mir gehörst" stieß, erwartete ich eigentlich eine sehr rührselige Geschichte weil sich die Filmindustrie kaum realitätsnah und gleichzeitig ansprechend dem Thema Trennung/Scheidung und schon gar nicht der Entfremdung angenommen hat. Beispiele: Douglas Wolfsberger "Der entsorgte Vater" (Tragödien-Doku) oder als Pol, "Der Mann auf dem Baum" mit Jan Josef Liefers (Humoreske).

Als ich aber den Plot des Films las wurde mir deutlich, dass sich hier jemand sehr ernsthaft mit den realen Abläufen bei einer strittigen Trennung um das Kind auseinander gesetzt hat. Nun liegt der Trailer vor. Trailer haben meist die Eigenschaft die wenigen guten Szenen eines Films animativ in Szene zu setzen. Hier scheint er eher, eine wirklich gute Zusammenfassung zu sein. Er gleicht einer Blaupause der Mehrzahl der Fälle derer die bei uns Rat suchen. Deutlich überwiegend Väter, aber auch zunehmend Mütter.

„Weil du mir gehörst“ Hier viel „Spaß“ mit dem Trailer

("Sollte die Verlinkung nicht funktionieren kopieren Sie diesen Pfad in einen anderen Browser:)
https://www.youtube.com/watch?v=l3c8Ncw0qLI&feature=share&fbclid=IwAR3PB2Nkgo-Ylh4clhoIVLF4BEIuPHcBgYs4sSp8o_hqINOTwRBq2a1oJmo&app=desktop

Nach der erkennbar hervorragenden zu Grunde liegenden Recherche war der Produktionscrew bekannt, dass jedes Jahr rund 220.000 Kinder von Trennung/Scheidung betroffen sind. So viele wie Mainz Einwohner hat.  Die gerichtlichen Umgangsverfahren sind von 22.727 in 1997 auf 54.374 in 2017 rapide gestiegen. Viele "Umgangselternteile" geben aber entnervt, frustriert und hoffnungslos auf. Die Wunden, die hier zugefügt werden, treffen alle Beteiligten. Den entfremdeten aber auch den entfremdenden Elternteil. Ganz besonders aber die Kinder, die ein Leben lang unter den unterschiedlichsten psychisch mentalen Defiziten leiden.

Unser dringender Rat:

Zeigen sich bei Ihnen, gleich ob Mutter oder Vater,  auch nur allererste Zeichen einer Umgangsbehinderung oder gar Eltern-Kind-Entfremdung, holen Sie sich Rat. Holen Sie sich Rat bei einer unabhängigen Stelle. Familienberatungen, Mediatoren oder auch beim Väteraufbruch für Kinder e.V. Der Gang zum Rechtsanwalt oder zum Gericht sollte erst der allerletzte Schritt sein. Auch der Umgang mit Ämtern und Gerichten hat seine Besonderheiten, die Betroffene nicht überblicken.

„Weil du mir gehörst“ ist eigentlich eine TV-Produktion und wird auch in der ARD gesendet werden. Dennoch wurde der Film für das Münchner Filmfest angemeldet und angenommen, was für die Qualität spricht. Die Vorstellung auf dem Filmfest findet am 1. Juli 2019 statt. Laut SWR soll „Weil du mir gehörst“ im Herbst 2019 im Ersten gezeigt werden. Die Hauptrollen der Eltern spielen die bekannten Schauspieler Julia Koschitz und Felix Klare (Tatort Stuttgart), die Tochter Lisa-Marie Trense.


30.05.2019

Nach-Wahl Analyse: Haben die Parteien etwas gelernt?

Die CDU beweist völlige Inkompetenz in Sachen digitale Medien.
Das Rezo Video muss wie KO-Tropfen gewirkt haben. Anders ist die völlige Orientierungslosig- und Nicht- Ansprechbarkeit nach dem Video nicht zu erklären.
Phillip Amthor wird, weil jung, wie Rezo 26 Jahre jung, in ein Studio gezerrt und soll dem erfahrenen Youtuber Rezo etwas Vergleichbares entgegensetzen. Die beste Entscheidung, die sie treffen konnten war, dieses Video nicht online zu stellen.

Von Elmar Riedel

Paul Ziemiak behandelt die Youtuber-Szene im Allgemeinen und das Rezo-Video im Besonderen trotz bereits 2 Mio. Aufrufen ziemlich von oben herab, und man merkt ihm an, dass er das Video am liebsten ignorieren würde. Das ging nach mehr als 5 Mio. Aufrufen am nächsten Tag nicht mehr, und er deutete etwas an, das so etwas wie Ernstnehmen darstellen sollte.

AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer) setzt dem ganzen noch die Krone auf und bringt eine Art Zensur (der Meinungsfreiheit) vor Wahlen ins Gespräch.

Die SPD tourt aber nicht wirklich besser. Sie haben zwar ein Digitalteam, u.a. einen Ex-Spiegel-online Redakteur, nur scheinen sie immer noch mit einem Computer der 80er Jahre unterwegs zu sein und zu versuchen, das Internet zu finden. Bis auf fragwürdige Tweets des hippen Heiko Maas ist nichts zu sehen.

Rezo lässt auch die SPDler nicht ungeschoren, insofern ist es nur folgerichtig, dass die SPD antwortet.
Auch auf Youtube, aber erst 6 Tage später. Wohlweislich nicht im Rezo-Stil, sondern verständnisvoll im Dreierpack mit Lars Klingbeil, Kevin Kühnert und Tiemo Wölken.
Fällt hier etwas auf? Es antworten drei Männer.
Für eine Partei, die für ein feministisches Europa (ge-)kämpft (hat).
Sie erzielten 13.000 Aufrufe, immerhin ein 100stel von Rezo.

Andrea Nahles, sicher genervt von anhaltender interner Kritik, Putschgerüchten und dem desaströsen Wahlergebnis, ruft einen Tag nach der Europawahl zu einer Abstimmung über den Fraktionsvorsitz bereits am kommenden Dienstag auf. Kaum eine Chance für Wettbewerber, sich in eine einigermaßen erfolgversprechende Position zu bringen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Das fördert auch nicht das Vertrauen in Politik.

Nur damit es nicht unter den Tisch fällt: Auch die AfD bekam bei Rezo ihr Fett weg. In der „Youtube Generation“ spielt diese Combo, trotz einigermaßener Neue-Medien-Kompetenz, nur eine untergeordnete Rolle. Was nicht unbedingt so bleiben muss.

Die FDP hatte das Glück, von Rezo nicht erfasst worden zu sein. Diese Partei zog sich folgerichtig still und leise in ein Café mit Fensterplatz zurück und äußerte sich gar nicht. Das war das Beste, was sie machen konnten. Glück gehabt, dass sie so klein sind, dass sie doch glatt übersehen wurden. Aber auch das gibt Anlass zum Nachdenken, als Appendix nur unzureichend wahrgenommen zu werden.

Die Grünen haben mit Greta, Rezos Umweltpolitik-Schelte und - nicht zu vergessen - der Urheberechtsreform Artikel 13 eine Welle unter den … Kiel geschoben bekommen, die sie in dieser Höhe nicht verdient haben. Als zweitstärkste Partei wird ihr Einfluss zunehmen. Bleibt abzuwarten, ob die Ge- und Verbotsstrategie und andere Absonderlichkeiten dann noch Bestand haben können.

Das sollte gar keine detaillierte Wahlanalyse werden oder sein.
Diese auf die kurzfristigen Ereignisse zu beschränken wäre auch verfehlt.
„Die Probleme, über die wir heute erschrecken, kennen wir schon seit 40 Jahren.“ Prof.Rürup zur Rentenproblematik, ist aber in der Politik universell anwendbar.

Eines lässt sich aus den letzten 1-2 Wochen aber auch für uns Trennungskinder und –eltern ableiten:

Die Politik(er) hat(haben) die Entwicklungen der Zeit immer noch nicht erkannt.
Es bedarf immer noch eines Europäischen Gerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts und den entsprechenden Aktivitäten dorthin, dass sich in unserem (Trennungs-)Familienrecht etwas ändert.

Es hat sich bei der Wahl gezeigt, wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

Deshalb unser Aufruf in den Bundestag und die Landtage:
Schmeißt eure meinungsbasierte Einstellung zur Doppelresidenz auf den Misthaufen der Geschichte.
„Regelfall“ bedeutet keinen Zwang. Überwiegend wird es, aus freier Entscheidung der Eltern, beim Residenzmodell bleiben.
Die Doppelresidenz als gesetzlicher Regelfall setzt ein Zeichen. Nicht nur in der Justiz sondern auch in der Gesellschaft.
Genauso wie die Geschlechtsbezeichnung „Divers“, für die ihr so gekämpft habt.
Anfang Mai las ich einen Artikel, in dem die Eintragungen von Divers abgefragt worden waren. In den größten deutschen Städten waren es in vier Monaten insgesamt nur etwas über 100. In Worten Hundert. Berlin führte mit 41.
Aber – es ist ein Zeichen, und das gesellschaftliche Bewusstsein wurde geschärft.

Setzt ein weiteres Zeichen für die Doppelresidenz!


24.05.2019

„Europa“ HAT die Antwort. Deutschland ist das letzte Land in Europa, das keine Regelung zur Doppelresidenz hat.“

Am kommenden Sonntag stehen wichtige Wahlen an. Kommunal-, Kreistags-, in Bremer Bürgerschaftswahl und Europawahl. „Wir gehen zur Wahl“, sagt der Vorsitzende des Väteraufbruchs für Kinder Mainz, Elmar Riedel. Er zeigt, welche Parteien für eine moderne, zeitgemäße Familienpolitik stehen – und welche nicht.

Von Elmar Riedel

Die Bundespolitik ist großteils mit entscheidend für die Wahlentscheidung auf jede dieser Wahlen. Hierbei sind die Wechselwirkungen zwischen Kommunalpolitik, Bundespolitik und Europapolitik höchst unterschiedlich. Daran muss ich mich selbst immer erinnern. Die größte Schnittmenge ergibt sich wohl bei der Bundes- und Europapolitik. Jeder hat seine Schwerpunkte, die ihm in der Politik wichtig sind:

  • Sozial
  • Wirtschaft
  • Außen
  • Innen

mit den jeweiligen Überschneidungen und Beeinflussungen.

Eine Partei, die mich in allen Punkten überzeugt, gibt es nicht und in vielen Aussagen sind Parteien austauschbar. Nun richte ich aus meinen individuellen und vereinsbezogenen Erfahrungen ein besonderes Augenmerk auf die (Nachtrennungs)Familienpolitik und gleiche Parteien in diesem Aspekt mit einander ab.

  • Wer tut nachvollziehbar etwas, das den Kindern nach Trennung der Eltern beide Eltern erhält?
  • Wer schweigt dazu?
  • Wer agiert offen oder versteckt dagegen?
  • Wer unterstützt die Doppelresidenz als Regelfall?
  • Wer interpretiert den Begriff „Regelfall“ bei der Doppelresidenz mutwillig oder fahrlässig als Zwang?

Eine Hilfestellung

Wer es genauer wissen will, hier die Bundestagsreden vom 15.03.2018 auf youtube (je ca.5 Minuten)

FDPCDU/CSUSPDAfDLinkeB90/GrüneCDU/CSUSPDCDU/CSU -

Wer Trennungskinder so behandelt, als wäre der getrennt lebende Elternteil im täglichen Erleben der Kinder unwichtig, wer Alleinerziehende unterstützen will, ohne die Getrenntlebenden in die Überlegungen einzubeziehen, wer den Feminismus als erklärtes europapolitisches Ziel erklärt, bekommt bei mir ein so deutliches Minus in meiner persönlichen Abwägung, dass es nur schwer durch andere Themen wieder auszugleichen ist. Allen anderen Lippenbekenntnissen zum Trotz. Beides fördert die Spaltung und erschwert friedliches Zusammenleben.

Das macht mir die Wahl besonders schwer.

„Europa“ hat aus meiner Sicht ein Kardinalproblem: Ganz schlechtes Eigenmarketing und das Europaparlament bedarf dringend einer Reformierung. „Europa“ ist wichtig für uns alle. Im globalen Wettbewerb und für jeden Einzelnen. Mir graut es davor, in die Kleinstaaterei zurück zu fallen. Siehe auch die deutschen Kleinstaaten im 19. Jahrhundert.

Und dann fällt mir noch der Wahlkampfslogan „Europa ist die Antwort“ ein. Auf welche Frage? Ist „Europa“ das neue „42“? „Europa“ HAT die Antwort. Deutschland ist das letzte Land in Europa, das keine Regelung zur Doppelresidenz hat.

Eins allerdings ist sicher. 
Wir sollten alle zur Wahl gehen. 
Sonst bekommen wir die, die die anderen gewählt haben und die wir mehrheitlich nicht wollen.


21.05.2019

Deutschland braucht eine sofortige Wende im Familienrecht

"Deutschland braucht ein neues, zeitgemäßes Familienrecht. Das derzeitige Familienrecht stammt noch aus den 1950er Jahren und hat mit der Lebensrealität in unserem Land nichts mehr zu tun", sagt Elmar Riedel, Vorsitzender des Mainzer Vereins Väteraufbruch für Kinder.

Deutschland braucht ein neues, zeitgemäßes Familienrecht. Das derzeitige Familienrecht stammt noch aus den 1950er Jahren und hat mit der Lebensrealität in unserem Land nichts mehr zu tun. Glückliche Kinder brauchen beide Eltern – auch nach einer Trennung. Papa zahlt und Mama betreut – das ist längst nicht mehr zeitgemäß. Wir unterstützen daher die entsprechende Forderung mehrerer politischer Parteien, Vereine, Medien und Organisationen für das gesetzliche Leitbild der Doppelresidenz / des Wechselmodells.

von Elmar Riedel

Im Frühjahr 2019 haben sich rund 16.000 Menschen auf Unterschriftenlisten und via ePetition vor dem Deutschen Bundestag für ein zeitgemäßes Familienrecht in Deutschland stark gemacht. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Politik endlich Rahmenbedingungen schaffen muss, die unseren Kindern ein gesundes Aufwachsen mit beiden Eltern ermöglicht. Es geht uns darum ein Familienrecht zu schaffen, welches den Eltern ein Miteinander auf Augenhöhe zum Wohle ihrer Kinder ermöglicht.

Das Schlimmste für die Kinder ist ein kompletter Kontaktabbruch. Und das betrifft dann nicht nur Väter und Mütter, sondern auch Omas, Opas, Tanten, Onkel und Freunde der Familie. Viele Tausend Kinder verlieren durch fragwürdige Urteile jährlich den Kontakt zu ihrer ausgegrenzten Familie. Die Doppelresidenz ist nicht unsere Erfindung. Ganz Westeuropa hat bereits dieses moderne Familienrecht – nur Deutschland nicht. Das macht mich wütend. Mit dieser Gerichtspraxis muss nun endlich Schluss sein – und zwar sofort.

Wir möchten auch nicht, dass die Doppelresidenz gesetzlich vorgeschrieben wird, es geht um ein gesetzliches Leitbild. Von Doppelresidenz spricht man bereits ab einem Betreuungsverhältnis von 30 zu 70. Die elterliche Autonomie soll erhalten bleiben. Wenn sie sich einigen, ist jede Form der Kinderbetreuung okay. Oft geht ein Wechselmodell mit einer Woche bei Mama leben und eine Woche beim Papa leben schon aus beruflichen Gründen nicht. Wenn sich die Eltern aber nicht einigen, muss unserer Auffassung nach vor Gericht das Leitbild der Doppelresidenz gelten. Alle Kinder brauchen Mama und Papa.

Über 50 wissenschaftliche Studien belegen, dass Kinder in der Regel deutlich mehr von der gemeinsamen Betreuung im Wechselmodell profitieren als von anderen Betreuungsformen. Wir fordern daher von der Politik eine sofortige Wende im Familienrecht. Es ist das natürliche Recht der Kinder, schöne Zeiten mit beiden Eltern und auch mit ihren Großeltern zu verbringen. Wir Mamas und Papas sind die Wurzeln, wir lieben unsere Kinder bedingungslos.