Warum organisieren sich Frauen im VafK?
Der VAfK wird dem Anspruch „Allen Kindern beide Eltern“ gerecht: Von Entfremdung und Ausgrenzung betroffene Eltern und Familienangehörige erleben im Väteraufbruch für Kinder Solidarität und erfahren Unterstützung.
Allerdings schreckt der Name viele betroffene Frauen ab. Wir möchten Frauen dennoch ermutigen, sich im Väteraufbruch für Kinder zu engagieren, denn das "für Kinder" ist das prägende und verbindende Element im Vereinsnamen. Unter dem Motto „Allen Kindern beide Eltern“ geht es sowohl um Väter als auch um Mütter. Das Leitbild des Vereins „Väteraufbruch für Kinder e.V.“ bezieht sich auf kooperative Elternschaft, dazu gehören beide Eltern. Auch bei Trennung und Scheidung sollen Kindern beide Eltern erhalten bleiben.
Unser Anliegen ist es, Trennungskinder und ihre Eltern – Mütter wie Väter – zu unterstützen und ihnen bei der Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation (Trennung, Scheidung, Reorganisation der Familie) zu helfen. Wir beraten deeskalierend und mediativ (vermittelnd) und suchen auf dem Hintergrund unserer Erfahrungen für ihre Trennungsfamilie eine gute Lösung. Wir sind vielfach Mütter, die im Väteraufbruch für Kinder e.V. organisiert sind und uns seit Jahren mit den Folgen von Trennung und Scheidung beschäftigen.
Die Frauen im Väteraufbruch für Kinder sind
- Entfremdete Mütter, die in anderen Organisationen, vor allem bei Frauen- und Mütterorganisationen auf wenig bis gar kein Verständnis für ihre Situation stoßen und zusätzlich stigmatisiert werden, denn der falsche Vorwurf, dass die Mutter es ja nur selbst verschuldet haben kann, wenn Kinder nicht bei ihr sind oder den Kontakt zu ihr ablehnen, ist tief in der Gesellschaft verankert.
- Großmütter und andere weibliche Familienangehörige, die ebenfalls ausgegrenzt werden und vom Kontakt zu den Kindern ferngehalten werden,
- Frauen, die statt der betroffenen Väter Hilfe für diese suchen, auch neue Partnerinnen,
- Mütter, die Hilfe und Wege suchen, einen „flüchtenden“ Vater an der Erziehungsarbeit zu beteiligen, ihrem Kind den Vater zu erhalten,
- Frauen, die sich dafür einsetzen, die Haus- und Familienarbeit sowie die Berufs- und Lebensgestaltungsmöglichkeiten gerechter zu teilen.
Frauennetzwerk im Väteraufbruch für Kinder e. V.
Für die Frauen im Väteraufbruch für Kinder e. V. ist zentral, dass alle Kinder beide Eltern brauchen.
Mütter im Väteraufbruch für Kinder e. V.
- setzen sich ein für gemeinsame Elternschaft und Bindungstoleranz
- wollen stark sein für die eigenen Kinder
- müssen der gesellschaftlichen Zuschreibung von „Rabenmutter“ etwas entgegensetzen und Stärke entwickeln
- stehen nicht alleine mit dem Problem da
- sie sehen als Großeltern ihre Enkel nicht, weil es zwischen den Eltern schon mit Absprachen nicht klappt und der Vater oder die Mutter ihre Kinder nicht sieht. Sie erleben, wie die Familie ihrer Kinder zerbricht, wie ihr Sohn oder ihre Tochter unter der Trennung leiden.
- ihr neuer Partner ist Vater von Kindern, die bei der Mutter leben. Zwischen den Eltern gibt es Kommunikationsprobleme. Sie selbst suchen noch nach ihrer Rolle in der Patchworkfamilie. Vielleicht lehnen die Kinder sie ab? Vielleicht haben die Kinder aber auch eine besonders gute Beziehung zu ihnen? Vielleicht erleben sie auch einen Beziehungsabbruch, weil die Mutter der Kinder ihres Partners weit wegzieht oder selbst einen neuen Partner kennengelernt hat?
Wenn Mütter in Trennung und Scheidung den Kontakt zu ihren Kindern verlieren, ist das ein Phänomen, das viele Väter nur zu gut kennen. Aus diesem Grund hat sich vor 30 Jahren der Väteraufbruch für Kinder e. V. gegründet. „Allen Kindern beide Eltern“ ist sowohl Motto als auch Forderung, die sich um das Recht des Kindes auf beide Eltern auch in Trennungs- und Scheidungssituationen bemüht. Beide Eltern sind Mutter und Vater. Sie bleiben für das Kind immer die Eltern.
Gesellschaftlich anerkannt aufgrund der traditionellen Rollenbilder ist eher noch, dass ein Vater seine Kinder nicht mehr sieht, als dass dies einer Mutter passiert. Der Mutter wird man immer noch einen zusätzlichen Vorwurf machen, sie hätte sich ja nicht gekümmert, sei eine Rabenmutter oder müsse ja mindestens Alkoholikerin sein. Ohne triftigen Grund wird in Deutschland keine Mutter aus dem Leben ihrer Kinder gedrängt? Oh, doch! Genau wie Väter können auch Mütter in die Situation kommen, unverschuldet den Kontakt zu ihren Kindern zu verlieren. Deshalb gibt es das Frauennetzwerk im VafK. Denn Eltern-Kind-Entfremdung ist ein strukturstabiles Phänomen, es fragt nicht nach dem Geschlecht, es geht allein um Macht. Richter sind heutzutage schnell dabei, einen Umgangsausschluss zu verhängen, das Sorgerecht abzuerkennen, auch da wird vor den Müttern nicht haltgemacht.
Wohin wendet man sich jetzt als Frau, als betroffene Mutter? Es mag zwar sein, dass es viele Frauenorganisationen gibt, aber bei dem Thema des Kontaktverlusts zum Kind in Trennung und Scheidung reduzieren sich die Hilfsangebote und Anlaufstellen sehr schnell auf Null. „Sowas gibt es nicht, dass ein Kind nicht bei der Mutter ist“ oder „Das hatten wir ja noch nie!“ sowie die bekannten Vorwürfe und kritischen Nachfragen, was man sich denn zuschulden kommen lassen habe, sind die Antworten auf das Hilfegesuch. In vielen Fällen wird der Kontakt zum Väteraufbruch für Kinder e. V. per Zufall gefunden und als Mutter traut man sich vielleicht schon gar nicht bei einem Väterverein anzufragen.