06.03.2021

Frauen im VAfK

Immer mehr von Trennung und Scheidung betroffene Frauen finden den Weg zum Väteraufbruch für Kinder. Der väterlastige Name entstand vor mehr als 30 Jahren, als die familiären Lebensrealitäten noch anders waren. Der gesellschaftliche Wandel bringt es mit sich, dass auch immer mehr Mütter um den Kontakt zu ihren Kindern kämpfen müssen. Sie sind wegen der vorherrschenden Auffassung des mütterlichen Rollenverständnisses noch stärker stigmatisiert als Väter. Von Entfremdung und Ausgrenzung betroffene Eltern und Familienangehörige erleben im Väteraufbruch für Kinder Solidarität und erfahren Unterstützung.

Von Pia Johannson

Noch immer ist Entfremdung ein Thema, dass in der Öffentlichkeit eher wenig Beachtung findet. Erst als Betroffenem wird einem bewusst, wie facetten- und folgenreich sich Entfremdung darstellt und wie viel schief läuft im Familienrecht und bei den begleitenden Institutionen. Letzteres wird im Väteraufbruch für Kinder vielfach thematisiert. Darüber hinaus nimmt der Väteraufbruch für Kinder seine Verantwortung gegenüber entfremdeten Eltern und Familienangehörigen ernst und ist offen. Offen für entfremdete Mütter, ausgegrenzte Großmütter und weitere „abgehängte“ Familienmitglieder. „Allen Kindern beide Eltern“ heißt es. Folgerichtig finden hier alle Betroffenen Hilfe und erleben Solidarität. Neuerdings gibt es eine spezielle bundesweite Telefon-Hotline für Frauen, die es bevorzugen, den Erstkontakt zunächst mit einer anderen Frau zu haben.

Ist Entfremdung männlich oder weiblich?

Dr. phil. Stefan Rücker, Dipl.-Psychologe und Leiter der Gruppe Kindeswohl an der Universität Bremen, erklärte im Talk zum Film „Weil Du mir gehörst“ im Februar 2020, Entfremdung sei keine Frage der mütterlichen oder väterlichen Rolle. Es sei vielmehr die Frage, wodurch sie begünstigt werde. Und wenn die meisten „Alleinerziehenden“ Mütter sind (85 Prozent), ist natürlich auch die Grundgesamtheit derer schon per se größer, die überhaupt die Möglichkeit zur Entfremdung haben. Inzwischen gibt es rund 15 Prozent betreuende Väter. Und es gibt immer mehr entfremdete Mütter. Auch bei uns im Väteraufbruch für Kinder.

Und es gibt in der Gesellschaft einen besonderen Generalverdacht für Mütter, die ihre Kinder nicht (mehr) bei sich haben. Wer kann sich schon vorstellen, dass so etwas ohne Grund geschieht? Es geschieht aber. Vätern wie Müttern. Tagtäglich. Laut Familienrichter a.D. und Rechtsanwalt Jürgen Rudolph betreiben Väter, die die Mütter ihrer Kinder loswerden wollen, die Entfremdung sogar zielgerichteter und aggressiver als Frauen. Dass ein Elternteil mit Duldung oder gar Förderung von Familiengerichten und / oder Jugendämtern überhaupt den Kontakt zu den eigenen Kindern verlieren kann, ist beschämend genug. Erschütternd. Wirft Fragen auf.

Verschiedene Rollen, gleiches Recht

Die Gesetze, die das Familienrecht betreffen, sind rund 50-60 Jahre alt. Nur zaghaft und/oder auf Druck des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wurden bisher leichte Korrekturen vorgenommen. Die aktuelle Rechtsprechung im Familienrecht folgt diesen Gesetzen und geht damit meist an der gelebten Realität vorbei. Elterliche Rollen werden nach einer Trennung neu definiert. Ob das nun gefällt oder nicht. Insofern müssen sich Eltern darauf einstellen, dass sie nach einer Trennung beide sowohl erziehen wie auch erwerbstätig sein müssen. Vor allen Dingen haben die Kinder das Recht auf Kontakt, Erziehung und Betreuung durch beide Eltern. Auch nach deren Trennung. Die Gesetzgebung pflegt aber nach wie vor das Prinzip „Einer betreut – Einer bezahlt“. Das wird den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht.

Für Mütter gestaltet sich die Krisenbewältigung meist anders als für Väter. Häufiger als Väter haben sie nach Schwangerschaft und Geburt zugunsten der Kindererziehung beruflich zurückgesteckt. Nach Trennung und ohne Kinder fallen sie in ein Loch: Kinder weg, berufliche Perspektive flöten, dazu das Stigma der vermeintlichen Rabenmutter. Da liegt es nahe, sich radikalen Gruppierungen anzuschließen, die den Geschlechterkampf in die Politik und ins Familienrecht tragen. Nicht so der Väteraufbruch für Kinder. Der, wenn es nach uns Müttern im Verein geht, sich gerne einen neuen Namen geben darf. Einen, der dem Anspruch „Allen Kindern beide Eltern“ gerecht wird. Ein Name, der verspricht, was gehalten wird. Denn der Austausch in den Gruppen des Väteraufbruch für Kinder mit Müttern und Vätern ist stets hilfreich: Er tröstet, er öffnet Perspektiven und erweitert Horizonte.

Hilfe und Kontakt

Kontakt über die bundesweite Hotline für Frauen: 030-2603 8493. Oder per Email an mainz@vafk.de (auf Wunsch Rückruf durch eine Frau).

Mehr zum Frauennetzwerk im VAfK


13.12.2019

Aktion: Blaue Weihnachtsmänner in Mainz

An den ersten beiden Adventssamstagen waren in Mainz auch in diesem jahr wieder die Blauen Weihnachtsmänner des Väteraufbruch für Kinder - Mainz e.V. vor der Römerpassage in Mainz unterwegs.

Kinder wurden beschenkt, Erwachsene über die Risiken für Kinder bei Trennung oder Scheidung aufgeklärt. Auch die Missstände im Familienrecht und der Familienrechtsprechung mit den zuarbeitenden Professionen kamen zur Sprache. Diskussion und Austausch waren rege. Natürlich war viel mehr Publikumsverkehr, als auf dem Foto erkennbar. Das bringt die aktuelle Datenschutzverordnung mit sich.

Danke an alle engagierten Weihnachtsmänner/frauen für die gelungene Aktion.


23.09.2019

Weltkindertagsfest in Mainz mit dem Väteraufbruch für Kinder

Das Team des VafK Mainz auf dem Weltkindertagsfest

Gemeinsam mit dem Mainzer Bündnis für Kinderrechte war der VafK Mainz am 21.09.2019 auf dem Weltkindertagsfest auf dem Mainzer Gutenbergplatz vertreten.

Natürlich gibt es an der Umsetzung der UN-Kinderechtskonvention auch in Deutschland noch viel auszusetzen. Dies machte der 2. Vorsitzende des VafK-Mainz im Bühneninterview sehr deutlich. Dennoch sollte es bei einem Fest, besonders bei einem für Kinder, um Spiel und Spaß gehen. Wir haben das mit dem Einsatz eines Glücksrads gelöst, das speziell auf die Rechte der Kinder gestaltet wurde.

Selbstverständlich konnten wir auch mit den Eltern Gespräche führen, und das brachte auch einige Betroffene an unseren Stand. Zu jedem Gewinn ging auch ein Flyer zu uns und der Doppelresidenz heraus.

Tabea Rößner, MdB B90/Die Grünen und OB-Kandidatin in Mainz, informierte sich an unserem Stand, insbesondere mit Blick auf unsere Forderungen an die Politik zur Doppelresidenz. Um es kurz zu machen: Es war ein sehr gutes Gespräch.

Am Ende mussten wir leider doch das ein oder andere Kind enttäuschen. Alle anderen Stände waren schon halb abgebaut, und bei uns drehte sich immer noch das Kinderrechte-Glücksrad. Wir mussten aber Schluss machen.

Einen Off-Topic Punkt muss ich hier noch erwähnen: Wir hatten neben den deutschen Kindern auch sehr viele Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund an unserem Pavillon. Sie alle standen in Sachen Freundlichkeit, Höflichkeit und Respekt vor anderen den deutschen Kindern und Eltern in nichts nach. In gar nichts. Gleich ob sie gutes, schlechtes oder noch gar kein Deutsch konnten.

Zum Video: www.youtube.com/watch

Es war uns ein (Kinderrechte-) Fest.


22.05.2019

„RichterInnen treffen tagtäglich gravierende Fehlentscheidungen - mit verheerenden Konsequenzen für die Kinder und Eltern“

Pia Johannson, Mitglied des Mainzer Vereins Väteraufbruch für Kinder.

Pia Johannson ist eine der insgesamt 10 weiblichen Mitglieder des Vereins Väteraufbruch für Kinder Mainz. Wir haben sie interviewt.

Pia, warum bist du Mitglied beim Verein Väteraufbruch für Kinder Mainz?

Pia Johannson: Ich bin von Trennung und Kontaktabbruch betroffene Mutter und habe vor einigen Jahren Austausch und Hilfe gesucht - und beim VAfK Mainz gefunden.

Wie findest du den Namen des Vereins?

Der Name war erst etwas einschüchternd, aber da mir mein Anwalt den Verein empfohlen hat, habe ich es trotzdem gewagt. Nach intensiver Online-Recherche erschien mir der VafK zudem für alle Eltern, egal welchen Geschlechts, offen. Es war zu spüren, dass es hier um Deeskalation und Streitschlichtung im Sinne der Kinder geht. Insofern träfe "Elternaufbruch für Kinder" es eigentlich eher. Aber aus der Historie ist der väterbezogene Name verständlich.

Was für Wünsche hast du als Mama an die Politik?

Ich bin Anhängerin des "Cochemer Modells". Ziel muss es sein, bei Trennungen eine Eskalation innerhalb der familiengerichtlichen Verfahren um das Sorge- bzw. Umgangsrecht zu verhindern. Eltern sollten mit Hilfe der beteiligten Institutionen in die Lage versetzt werden, Streit zu vermeiden und zum Wohl ihrer Kinder gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Das Leitbild der Doppelresidenz ist hier der richtige Schritt: "Allen Kindern beide Eltern!" Derzeit befördern die Institutionen Trennung und Kontaktabbruch, anstatt sie zu vermeiden. RichterInnen treffen tagtäglich gravierende Fehlentscheidungen - mit verheerenden Konsequenzen für die betroffenen Kinder und Eltern. Selbst merken und wissen sie nicht einmal, was sie da anrichten!

Fühlst du dich auch als Frau in dem Verein gut aufgehoben?

Absolut! Ich wurde freundlich begrüßt und meine "mütterliche" Perspektive auf viele Sachverhalte wurde immer verstanden und dankbar aufgenommen. Und ich selbst habe im Austausch mit den Vätern, die immer noch in der Überzahl sind, sehr viel gelernt.

Engagierst du dich auch persönlich für den Verein?

Ich bin gelegentlich bei Aktionen dabei und besuche regelmäßig die Gruppentreffen. Aktuell unterstütze ich den Verein auch bei der Pflege der Homepage.


24.12.2018

Traurige Weihnachten: Blaue Weihnachtsmänner fordern neues Familienrecht

Der Verein Väteraufbruch für Kinder Mainz macht mit der Aktion Blauer Weihnachtsmann auf die vielen Kinder aufmerksam, die ohne ein Elternteil Weihnachten feiern müssen.

„Glückliche Kinder brauchen beide Eltern“

(Mainz, im Dezember 2018) Blauer Weihnachtsmann? Gibt es nicht? Gibt es doch! Der Verein Väteraufbruch für Kinder Mainz machte mit dieser Aktion im Advent vor der Römer-Passage in Mainz auf die zahlreichen Kinder aufmerksam, die ohne ein Elternteil Weihnachten feiern müssen. „Glückliche Kinder brauchen auch und gerade an Weihnachten beide Eltern“, sagt der Vorsitzende Elmar Riedel. „Für viele Kinder und Eltern in Trennung werden es dieses Jahr traurige Weihnachtstage werden.“

Die Aktionen fanden in der Adventszeit jeweils am Samstag den 1. Dezember und 8. Dezember 2018 von 12.30 bis 17.30 Uhr vor der Römerpassage in der Mainzer Innenstadt statt. „Wir verkleiden uns als blaue Weihnachtsmänner, da in dieser Zeit viele in rot herumlaufen“, erklärt Vorstand Catherine Peseschkian. „Dadurch können wir uns absetzen und auch leichter mit Passanten ins Gespräch kommen.“

„Das Schlimmste für die Kinder ist ein kompletter Kontaktabbruch“, warnt Elmar Riedel eindringlich. „Und das betrifft dann nicht nur Väter und Mütter, sondern auch Omas, Opas, Tanten, Onkel und Freunde der Familie.“ Tausende Kinder verlieren durch fragwürdige Urteile jährlich den Kontakt zu ihrer ausgegrenzten Familie. „Mit dieser Gerichtspraxis muss nun endlich Schluss sein!“, fordert Riedel. „Es ist das natürliche Recht der Kinder, mit Papa, Mama, Oma und Opa zu spielen und auch Weihnachten gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.“

Der Mainzer Verein hat derzeit 92 Mitglieder, davon etwa 10 Prozent Frauen, und unterstützt die Forderung nach einem neuen Familienrecht mit dem gesetzlichen Leitbild der Doppelresidenz (Wechselmodell). „In Europa ist dieses moderne Familien-Modell bereits weit verbreitet“, ergänzt Vorstand Catherin Peseschkian, „nur Deutschland hinkt weit hinterher.“ Über 50 wissenschaftliche Studien belegen, dass Kinder in der Regel deutlich mehr von der gemeinsamen Betreuung im Wechselmodell profitieren als von anderen Betreuungsformen. „Wir fordern eine Wende im Familienrecht“, so Elmar Riedel. „Wir Eltern sind die Wurzeln, wir wollen mit ihnen gemeinsam tolle und besinnliche Weihnachten feiern.


Kinderfestival 2018 im Mainzer Volkspark

Großer Andrang an unserem Stand bei der Preisverleihung
Unsere ersten 3 Preisträger der Kinderolympiade mit Eier laufen, Dosen werfen und Energiefahrrad

Mit einem eigenen Stand und so vielen aktiven Helfern wie noch nie konnten wir auf dem diesjährigen Mainzer Kinderfestival eine eigene kleine Kinderolympiade mit dem Energiefahrrad, Dosenwerfen und Eierlaufen ausrichten. Die Kids hatten einen riesen Spaß vor allem auch die ganz Kleinen, wenn Mama oder Papa mal auf das Energiefahrrad steigen mussten weil die eigenen Füße doch noch nicht zu den Pedalen reichen. 

Alle Teilnehmer nahmen an der Verlosung wirklich toller Preise von Freikarten über Solarwackelblumen bis hin zu  „Fidget-Spinnern“teil, die schließlich für uns sehr öffentlichkeitswirksam auf der großen Bühne der Sportjugend aus dem Zylinder gezogen wurden.

Unser großer Dank gilt unseren Preissponsoren

Phantasialand, Taunus-Wunderland, Opel-Zoo, Grün-Power Mainz und dem tollen Moderatorenteam der Landessportjugend, welche es uns ermöglichten in einem separaten Auftritt unsere Ziele auf der Bühne dem interessierten Publikum vorstellen.

Ein grandioser Tag für uns der ohne all unsere aktiven Mitglieder so nicht möglich gewesen wäre.Denen gilt ebenfalls ein dickes Dankeschön. 

Die im Anhang beigefügten Bilder vermitteln zumindest ansatzweise, welcher Trubel und welcher Spaß an unserem Stand und vor der Bühne herrschte.

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